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Massenproteste gegen die Wirtschaftskrise in der Türkei

Istanbul, 5. April. (dpa) Aus Protest gegen die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise sind am Donnerstag in mehreren türkischen Städten Tausende von Handwerkern, Händlern und Arbeitern auf die Strasse gegangen. In Istanbul, Konya und Izmit forderten die Demonstranten den Rücktritt der Regierung Ecevit und riefen Slogans wie «Verschwinde Internationaler Währungsfonds» und «Das Handwerk ist hier, wo ist die Regierung?». Bei der Demonstration in der zentralanatolischen Stadt Konya kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Laut Medienberichten wurden rund 100 Personen festgenommen. Bereits am Mittwoch hatten zahlreiche Handwerker demonstriert. Ein empörter Händler hatte in Ankara Ministerpräsident Ecevit eine leere Registrierkasse vor die Füsse geworfen.

Neue Zürcher Zeitung, Ressort Ausland, 6. April 2001, Nr.81, Seite 2

Proteste wegen Wirtschaftskrise in der Türkei
Istanbul, 6. April. (dpa/Reuters) In der Türkei sind am Freitag erneut Tausende von Menschen aus Protest gegen die schwere Wirtschaftskrise auf die Strasse gegangen. Derweil sondierte die Weltbank ein Hilfsprogramm für die angeschlagene Wirtschaft des Landes. Laut Medienberichten protestierten Handwerker, Händler, Bauern und Arbeiter unter anderem in den Städten Istanbul, Ankara und Adana. Sie forderten Lohnerhöhungen und den Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident Bülent Ecevit. Auch die Kaufleute im historischen Grossen Basar in Istanbul, der von zahlreichen Touristen besucht wird, schlossen sich den Protesten an. Am Freitag wurden neue Preiserhöhungen für Zucker, Zigaretten und Alkohol bekannt. Ministerpräsident Ecevit lehnte einen Rücktritt der Regierung erneut ab.

Neue Zürcher Zeitung, Ressort Ausland, 7. April 2001, Nr.82, Seite 2