Krieg, Hartz, Militarisierung und soziale Angriffe

Freitag, 26.05.06, 11:45 - 13:30 h

Antipatriarchales Netz Berlin, „Krieg ist Frieden“, Detlef Hartmann (Mitherausgeber der Materialen für einen neuen Antiimperalismus)

 „Unser Land durchläuft gerade einen dramatischen Umbruch, in allen Generationen vor uns war Krieg das Prinzip des sozialen Wandels. Jetzt durchläuft Deutschland zum ersten Mal … eine friedliche Transformation solchen Ausmaßes. Aber es hilft nichts, wir müssen dadurch…“ Mit dankenswerter Offenheit eröffnet uns Ex-Außenministers Fischers in der TaZ vom 21.2.04 seine Sichtweise zu Sozialkürzungen und Agenda 2010. Das was sonst durch Kriege erreicht wurde, kann jetzt durch Sozialabbau allein erreicht werden. Können Angriffe auf soziale Strukturen als kriegerische Handlungen in dem Sinne definiert werden, das sie einer Kriegslogik folgen, indem sie Soziale Zusammenhänge zerstören und neu zusammen setzten
Menschlichkeit und Solidarität durch Ellenbogen und mentale „Ich-AG´s“ ersetzen?
Wieso schlucken die Menschen derart heftige Transformationen? Und was bedeutet dies für einen Widerstand gegen Sozialangriffe und Militarisierung?


Die sozialen Fronten der Globalisierung

Workshop der Redaktion der "Materialien für einen neuen Antiimperialismus"

Teil I     Freitag, 26.05.06, 15:00 - 16:45 h
Teil II    Freitag, 26.05.06, 17:15 - 19:00 h


Im Workshop wollen wir den Bogen von den neuen sozialen Kämpfen in der "Metropole" zu weltweiten Auseinandersetzungen spannen, wie sie sich im Zuge der neuen Strategien zur Zerstörung des Sozialen herausbilden.Unsere Bezugspunkte sind die Kämpfe von unten -- gegen Hartz IV, über den Streik bei GATE GOURMET bis zu den Vorstadt-(Frankreich) und Slum-City-Kämpfen in Afrika, Lateinamerika und Asien.Es sollen die neuen Strategien (hier beispielsweise von GTZ) wie Kleinkredite-Programme, Kapitalisierung des sozialen Raums über die Kerne von Wasserrechten und Parzelleneigentum an Grund und Boden, Clusterbildung und Umfeld, die Reorganisation der aus der Phase der Produktion von Failed States entstandenen Militias, Banden, mafiösen Strukturen zu neuen Sicherheitsorganen (auch in Zusammenarbeit mit NGOs) usw. analysiert werden.

Kontrolle und die sozialen Fronten der Globalisierung

Es ist unsinnig, über innere und äußere Kontrolle, über Gouvernementalität zu reden, bevor wir uns über die sozialen Fronten verständigt haben, an denen sie ihren Einsatz finden. Dies sind die Fronten, an denen die postmoderne Wertschöpfungsoffensive auf ihr soziales Subjekt trifft: in der Produktion, in der Bewirtschaftung des Sozialen, in der Bewirtschaftung der Köpfe und des Wissens. Im sozialen Krieg also, zu dem sich der Klassenkrieg in seiner neuen Etappe vertieft hat.

Die Selbstbehauptung im Kampf gegen diese Offensive (auch als Grund der kapitalistischen Krise) ist unser Thema -bei Gate Gourmet gegen den Rationalisierungsangriff McKinseys -gegen die Sozialstrategien von Hartz IV als Teil einer regionalisierten Sozialunterwerfung, wie sie im postmodernen Modell Wolfsburg (auch McKinsey) als metropolitanem Cluster ihren Ausgangspunkt genommen hat -in der Selbstbehauptung der transnationalen Migration und in den Slum Cities der drei Kontinente.

TEXTE

Detlef Hartmann, Zurück zu den sozialen Fronten der Globalisierung als pdf

Detlef Hartmann „Ich krieg diesen Virus nicht raus“
Der Streik bei Gate Gourmet als Akt der Selbstbehauptung als pdf